Aus der Blogosphäre kopiert:

Martin Savov, Blogger

Martin Savov, Blogger

A B C -Hinweis - aus aktueller, länger vorherrschender Sicht:

Vieles - darunter A B C -Tipps und andere A B C -Rubriken sind erst , besser schon,

i m W e r d e n !

Blogosphäre

Digitales Doppelleben

Heutzutage ist es leicht, sich im Internet zu präsentieren. Die Frage ist nur: Was treibt viel beschäftigte Leute dazu, sich in Blogs, mit eigenen Urlaubsbildern oder selbst gedrehten Videos im Netz zu präsentieren?

Zum Stichwort A B C -Trends sei soviel verraten: (Mehr oder weniger professionelles) A B C -“Erzählen” - also auch journalistisches A B C -Storytelling - wenn man so will - was aber nur am Rande Erwähnng findet - spielt mit der Sprache, macht Texte - auch für A B C -Leser attraktiv!

Und / oder a u c h besonders wertvoll, wenn nachdenkenswert, … bleibt der TEXT (z. B. “Aufgespiesstes”) gleichzeitig lange im Gedächtnis haften.

(Vorausgesetzt es ist bis dahin vorgedrungen!)


Nun, immer mehr nutzen diese
A B C -Möglichkeit für sich - wie zum Beispiel die Statistik XXX verrät.

Social Software nennen sich die Programme, die Aufbau und Pflege der Internet-Gemeinschaften unterstützen. Im Netz tauschen immer mehr Gleichgesinnte Meinungen, Wissen und Tipps zu bestimmten Themen genauso aus wie Urlaubsbilder, TV-Clips und selbst produzierte Filme. Der Vorteil: Kein Chefredakteur kann ins Handwerk pfuschen, kein Galerist, Produzent oder Sender den eigenen Beitrag ablehnen – und neue Freunde gibt es gratis dazu.

Neben nützlichen Informationen und Spaß an der Sache suchen viele einen Weg, die eigenen Ideale zu verwirklichen. “Ich glaube an die Demokratisierung im Internet, an das Publizieren von unten “, sagt Jörg Kantel, einer der Protagonisten der Szene.

Jörg Kantel, 53, EDV-Leiter am Max-Plack-Institut
Weil der EDV-Leiter am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin ein Medium vermisste, das seine Lieblingsthemen Technik und Politik zusammenbringt, “habe ich selbst eins gegründet”. Im April 2000 startete Kantel die Internetseite www.schockwellenreiter.de und war damit, nach eigenen Angaben, hierzulande der erste deutschsprachige Blogger.

Mit 8.000 bis 10.000 Lesern an jedem Werktag gehört der Schockwellenreiter zu den VIP der deutschen Blogosphäre. Die Mehrheit der Anbieter werkelt jedoch unter Ausschluss einer größeren Öffentlichkeit. Oft beschäftigen sich Deutschlands Blogger mit Selbstdarstellung; in den Fachblogs dominieren die Themen Medien, Technik, Gesellschaft und Politik. Im englischsprachigen Raum haben sich zudem hochwertige und sehr beliebte Aktien- und Business-Blogs wie SeekingAlpha.com entwickelt, “dort ist man in dieser Hinsicht sehr viel weiter”, erklärt Martin Savov, der in Deutschland ein Börsennotizbuch-Blog betreibt.

Martin Savov, 30, Werbemanager aus Hamburg
Kaum zu glauben, wie schwierig es sein kann, scheinbar simple Informationen im Netz zu finden. “Nehmen Sie zum Beispiel einen Dax-Chart, der über zehn Jahre hinaus zurückreicht. Gar nicht so einfach”, sagt Savov, Betreiber des Web-Log www.boersennotizbuch.de. Mit gut recherchierten Web-Wegweisern, wenig bekannten Statistiken und täglich neuen persönlichen Einschätzungen zum Geschehen an den Aktienmärkten (”ich lese und studiere alles, was mir zum Thema Aktien in die Finger kommt”), will der diplomierte Betriebswirt Struktur ins Infochaos bringen. Savov ist ein seltener Stern in Deutschlands Blogosphäre, Börsen-Blogs fristen hierzulande ein Schattendasein. Doch das ficht den 30-Jährigen, der vor sieben Jahren seine ersten Aktien kaufte, nicht an. Nach einem langen Tag in einer Hamburger Werbeagentur widmet er sich seinem Blog, “mindestens eine Stunde am Tag”. Rund 40 Stammleser haben sich seit dem Start im November 2005 im Börsennotizbuch als Abonnenten eingeschrieben. “150 Menschen kommen täglich auf meine Seite, damit liege ich in Deutschland im guten Mittelfeld.” Den Status hat er sich mühsam erarbeitet. “Etwa ein Jahr hat es gedauert bis ich mir ein Netzwerk aufgebaut hatte.” Einsame Seelen? Weltfremd? Unsozial? Die gängigen Vorurteile über Blogger lässt Savov nicht gelten: “Die Blogosphäre verändert unser Leben und die Form der Kommunikation, nicht aber den Menschen und auch nicht seine Bedürfnisse”, sagt er. Problematisch sei eher, dass, wer immer möchte, “technisch relativ einfach eine Menge Belanglosigkeiten und Fehler in die Welt hinausposaunen kann und dass damit noch mehr Chaos in der Kommunikationswelt entsteht”. Andererseits sei der Gewinn, nämlich Freiheit und die Möglichkeit, Meinungen veröffentlichen zu können, noch höher zu bewerten. Savov: “Außerdem bieten auch die klassischen Medien eine Menge Belanglosigkeiten.”

In der Tat: Ganz ohne Haken kommt auch die neue Internet-Welle nicht aus. Viel Content ist nicht gleich guter Content, und man muss schon eine Weile suchen, um die Perlen aus dem allzu Privaten, dem Aufgeplusterten oder gar Falschen herauszufischen. Außerdem fehlt bei vielen Nutzern “das Bewusstsein dafür, wie öffentlich man wirklich ist und dass man ständig eine Datenspur hinterlässt”, erklärt Kantel. Und YouTuber Andreas Meyer weiß aus eigener Erfahrung, dass es “bei all der Freiheit und Anonymität im Internet auch mal sehr hässlich zugehen kann”.

Andreas Meyer 29, Student der Fertigungstechnik
Die einen haben Yachten, andere kaufen exotische Fische, Meyers Statussymbol sind Subscribers. Subscribers, so werden bei YouTube die Abonnenten genannt, die sich regelmäßig die Beiträge eines Mitglieds anschauen. Mit rund 660 ständigen Lesern zählt der 29-jährige Student der Fertigungstechnik in Aachen zu den erfolgreichsten Vloggern in Deutschland. V steht für Video: Im Wochenrhythmus veröffentlicht AericWinter, so Meyers virtuelle Identität, selbst erstellte Filme im Internet. In den meistens spricht er auf Englisch zur Kamera. Zwei Stunden täglich kostet den Hobby-Regisseur seine Leidenschaft, die meisten Wochenenden gehen fürs Drehen drauf. Thematisch bietet der Diplomand seit Juni 2006 ein Potpourri: “Meistens sollen die Filme unterhaltsam sein, ein wenig deutsche Kultur und die Region Köln/Aachen im Netz vorstellen.” Aber auch ein Video, in dem er sich kritisch zum Einsatz deutscher Truppen im Libanon äußert, ist Teil seiner Liste. Wer viel produziert, bekommt viele Kommentare, und so entsteht ein reger Gedankenaustausch, der Meyer fasziniert: “Hier kommuniziert jeder wann er will, mit wem er will und das völlig unabhängig von Zeit, Ort und Nationalität.” Ein weiteres Plus: “Man kann sich sehr schnell gegenüber sehr vielen Menschen darstellen.” Nach Abschluss seines Studiums würde Meyer gern als Ingenieur im Supply Chain Management arbeiten. Zurzeit bereitet er eine Online-Bewerbung vor, bei der ihm sein Hobby gute Dienste tun kann. Der Student, der drei Jahre in den USA und eines in England verbracht hat, will unter anderem die Qualität seiner Englischkenntnisse via Link auf eine YouTube-Video unterstreichen.

So oder so, wer sich im Web 2.0 hervortun will, der muss eine Menge anderer hinter sich lassen. Rund 67 Millionen Web-Tagebücher weltweit zählt die Blog-Suchmaschine Technorati derzeit. Bei der Videotauschbörse YouTube tummeln sich 20 Millionen User im Monat. Über drei Millionen Menschen besitzen einen Account bei Flickr - die weltgrößte Foto-Community hat über 90 Millionen Bilder im Programm. Und auch jüngere, deutsche Ableger haben in kurzer Zeit viele Fans gewinnen können. Clipfish zum Beispiel, das Videoportal von RTL, zählt seit dem Start im Juni 2006 140.000 Nutzer, täglich kommen, laut RTL, rund 2.500 Neuregistrierungen dazu. Den großen Reibach machen die Anbieter bisher nicht, schließlich sind die meisten Services kostenlos. Das Potenzial der Web 2.0-Firmen liegt vielmehr in den Millionen Usern, die, fein säuberlich in Zielgruppen unterteilt, freiwillig Inhalte produzieren und diese auch noch kostenlos öffentlich zur Verfügung stellen. Diese buchstäblich phänomenale Bereitschaft zu weltweitem Cyber-Exhibitionismus hat inzwischen auch die Investoren aufhorchen lassen. Unter anderem kaufte Yahoo Flickr, Google griff sich YouTube und Medienmogul Rupert Murdoch gab 580 Millionen Dollar für MySpace, die Top-Plattform der unter 30-Jährigen aus.

Karin Kiesl, Senior Research Managerin für Beiersdorf
Markenmultis nutzen das Web längst als größtes Marktforschungslabor der Welt. Wer die Wörter “What’s in my bag” in die Suchmaske von Flickr tippt, der erlebt eine Überraschung. Nicht weniger als 2510 Menschen auf der ganzen Welt haben für die Fotoplattform ihre Handtaschen ausgeschüttet und den Inhalt fotografiert. Für den Ottonormal-User ein unterhaltsamer Blick in die Tiefe des unbekannten Raumes, für die Marktforscherin Karin Kiesl, 31, ein wertvolles Arbeitsinstrument. “Nehmen wir an, sie wollen ein ganz neues Produkt, sagen wir “Spa in a pocket”, auf den Markt bringen”, erklärt die Senior Research Managerin, die für Beiersdorf Hautpflegeprodukte betreut. “Ich finde, eine bessere Inspiration als diese Aufnahmen kann es ja kaum geben.” Das Web 2.0 hat die studierte Soziologin längst für sich eingespannt, “als virtuellen Anthropologen sozusagen”. Denn auch Blogs, Verbraucherportale und Chatrooms helfen dabei, das Verständnis für den Konsumenten und seine Bedürfnisse zu schärfen. “Manche rühren sich mit Hilfe unserer Produkte eigene Peelings an und schreiben darüber in irgendwelchen Foren – so was würden wir in klassischen Marktforschungsrunden niemals erfahren”, sagt Karin Kiesl. Und auch privat weiß die Hamburgerin die Vorteile von Flickr & Co. zu nutzen – hält ihre Brüder über den Dachausbau auf dem Laufenden und tauscht mit Freunden Urlaubsfotos aus. “Mich fasziniert einfach, welche spannenden Möglichkeiten diese gigantische Datenbank bereithält.”


von Stefanie Hadding

capital.de, 15.03.2007
© 2007 capital.de, © Foto: capital.de

4 Reaktionen zu “Aus der Blogosphäre kopiert:”

  1. edeag

    Fakevotes von yigg für yigg?

    Wenn man öfter yigg benutzt und dort den sog. “Spion” verfolgt, stolpert man in letzter Zeit über erstaunliche Ereignisse. Dort werden in Serie Votes für Beiträge abgegeben. Allerdings nicht von Useren, sondern unter dem Namen “Marvin”. Marvin ist eigentlich der Bot von yigg. Die Frage ist nun: Votet der Yigg-Bot mit, um die Seite aktiver wirken zu lassen als sie ist?

    Hier mal ein paar Screen-Shots, die ich aufgenommen habe:
    Marvin beim Voten?

    Laut User und Moderator “onkelloco” handelt es sich dabei nicht um Fake-Votes, sondern Marvin erscheint als Platzhalter für anonyme Votes.

    Zitat:

    Nicht, dass da jemand was verwechselt… Wenn man Marvin im Spy voten sieht, heisst das nur, dass jemand anonym für den Artikel gestimmt hat.

    Klingt einleuchtend, auch wenn es die denkbar schlechteste Wahl eines Platzhalters wäre. Wieso nicht einfach “anonym” schreiben? Und wieso wurden diese anonymen Votes in der Vergangenheit nicht im Spion angezeigt?

    Schauen wir uns mal an, wofür gevotet wird:
    Beispiel 1:
    Vote
    Beispiel 2:
    vote
    Beispiel 3:
    vote

    Wie man sehen kann, sind die Beiträge teils fast ein ganzes Jahr alt. Dies sind aber keine Beispielvotes, die ich verteilt herausgenommen habe. Wie man im folgenden Bild sehen kann, handelt es sich um Votes, die in Reihe und innerhalb weniger Sekunden abgegeben wurden:

    Voteliste

    Es gibt also einen anonymen User, der für Beiträge voted, die teils völlig veraltet sind? - Und das sowohl mitten am Tag als auch mitten in der Nacht? Sowohl unter der Woche als auch am Wochenende?

    Ich bin mir da nicht so sicher. Wenn es so sein sollte, dann wäre es höchste Zeit, das yigg diesen Ab-User sperrt (z.B. per IP), bzw. herausfindet, wer dahinter steckt. Könnte es die Konkurrenz sein, die yigg in den Verdacht der Fake-Votens bringen will? Gibt´s wirklich einen Spinner, der ständig Beiträge voted? Oder ist die Story von den anonymen Votes eher was für die Serie “Twilightzone” ;)

    Von der Annahme das es sich um eine Einzelperson, oder um einen Bot handelt und nicht um eine Vielzahl von Personen, gehe ich aus, weil die Votes immer in sehr kurzer Zeit und in Serie erfolgen. Yigg hat zwar viele User, aber nicht genug um derart viele Votes in Serie und in so kurzer Zeit von verschiedenen Anonymen Usern zu bekommen.

    Auf jeden Fall eine spannende Geschichte. Man fühlt sich fast an TKKG erinnert :D

    Fortsetzung:

    User phantom (Mitglied des Yigg-Teams) äußerte hierzu:

    Hinzu kommt das sich der Googlebot wohl kurzzeitig mit unseren Votes angefreundet hat oO. Das wird gerade gefixt.

    DAS ist mal sehr interessant. Könnte es sein das der Google-Bot Votes triggert? Immerhin habe ich ja in einem früheren Posting bereits gezeigt, das man bei yigg voten kann, indem man einfach auf einen Link klickt. Eine Antwort auf diese Frage ist noch offen.

    Fortsetzung 2:
    Erstaunlicher Weise reagiert man bei yigg recht gereizt auf meine Fragen. Man sollte doch meinen, das eine derart erfolgreiche Seite souveräner mit einer scheinbar gegenstandslosen Frage umgeht. Wäre es nicht einfacher gewesen, einen Blick in Log Files zu werfen um zu sehen wer da die ganzen Votes abgibt? Was ist so schwer daran zu sagen: Wir haben das nochmal gecheckt und es sind wirklich eine Vielzahl von anonymen Usern.” Oder “Wir haben die Log-files gecheckt, es ist ein Witzbold aus Land
    Statt dessen werden weiter Gerüche ausgestreut:
    Zitat:

    Und nein der Bot kann nichtmehr voten, es lag noch eine alte verlinkte Datei rum welche frueher fuer RSS Votes zuständig war worauf er zugegriffen hat nachdem er wohl alte Feeds extern gefunden hat.

    Ob das “nichtmehr” nun als “seit heute” zu verstehen ist bleibt allerdings unklar.

    Na ich lass die Sache mal Ruhe. Um “phantom” zu beweisen, das ich keine schlechten Absichten hatte, als ich eine Frage stellt, bin ich gerne bereit an den Anfang dieses Beitrags eine Richtigstellung der Sachverhalte durch yigg zu stellen. Sollte das nicht der Fall sein, dann werde ich an diesem Beitrag nichts mehr ändern, sondern schließe ihn hiermit ab.

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    1. Frontpage? So gehts auch! » Unternüchtert?

      […] Beitrag zur Yigg Manipulation von Marvin hat es mit 2 Yiggs auf die Frontpage geschafft.. Nicht schlecht, oder? Dafür hat der […]

    2. MEINE: Man darf gespannt sein, wie es weiter geht! edeag
  2. adu

    Böser Trojaner, lieber Trojaner

    Die Bundesregierung will die Entscheidung des BGH nicht hinnehmen. So schnell wie möglich sollen Grundlagen für die gesetzliche Onlinedurchsuchung von Computern geschaffen werden.

  3. Archivarin

    Auswertungszeitraum: 31.Januar 2009 22:41 bis 08.Juli 2009 22:31.

    Zusammenfassung
    1. Erfolgreiche Anfragen 197.453 Anfragen
    2. Erfolgreiche Seitenanfragen 158.836 Seitenanfragen
    3. Fehlgeschlagene Anfragen 11.799 Anfragen
    4. Umgeleitete Anfragen 20.218 Anfragen
    5. Anzahl unterschiedlicher verlangter Dateien 30.584 Dateien
    6. Anzahl unterschiedlicher anfragender Hosts 4.028 Hosts
    7. Menge verschickter Daten 2.197,262 MB


  4. fixxx

    Anklage gegen “Panik-Blogger” fallengelassen
    Bankenkritische Twitter-Nachricht beschäftigt Gerichte in Guatemala

    Freispruch für “Panik-Blogger” Jean Anleu (Foto: Jean Anleu)

    Guatemala-Stadt (pte/13.07.2009/15:30) - Ein Berufungsgericht in der guatemaltekischen Hauptstadt hat die Anklage gegen den Twitterer Jean Anleu aufgrund mangelnder Beweise fallengelassen. Dem Informationstechniker wurde vorgeworfen, das öffentliche Vertrauen in das Bankensystem Guatemalas untergraben zu haben. Unter seinem Pseudonym “jeanfer” http://twitter.com/jeanfer hatte Anleu via Twitter eine 96 Zeichen lange Nachricht abgeschickt, in der er dazu aufrief, Geld von der guatemaltekischen Bank für landwirtschaftliche Entwicklung (Banrural) http://www.banrural.com.gt abzuziehen und “die Bank der Korrupten zu korrumpieren”. Das Management der Bank war zuvor in einen politischen Skandal verwickelt, der für einigen Aufruhr im zentralamerikanischen Staat gesorgt hatte. Im Falle einer Verurteilung hätte der Blogger bis zu fünf Jahre in Haft verbringen müssen.

    Staatsanwalt Genaro Pacheco ließ Anleu aufgrund dieser Nachricht verhaften, da er den Straftatbestand des “Pánico financiero” erfüllt sah. Dieses 2008 vom Parlament Guatemalas verabschiedete Gesetz verbietet es, Nachrichten zu verbreiten, die das öffentliche Vertrauen in das Bankensystem Guatemalas untergraben könnten. Nach eineinhalb Tagen im Gefängnis wurde Anleu gegen eine Kaution von 6.200 Dollar freigelassen und durfte sich in Freiheit auf den Gerichtsprozess vorbereiten. Die Hälfte der Kautionskosten wurde von Twittereren aus 19 Ländern beigesteuert. Mittlerweile verfügt “jeanfer” auf Twitter über 1.700 Follower, vor der Anklage waren es lediglich 174.

    Wie “BBC Online” berichtet, zeigte sich Anleu ob seines Freispruchs erleichtert: “Es fiel eine große Belastung von meinen Schultern ab. Wir müssen aber noch abwarten, was die Staatsanwaltschaft macht.” Das Verfahren bedeutet für den Angeklagten auch eine hohe finanzielle Belastung: Die Gerichtskosten belaufen sich bereits auf 7.000 Dollar, auch auf die Rückerstattung der Kaution muss Anleu noch warten. Sein Verteidiger Jose Toledo deutete das Gerichtsverfahren noch vor der Freilassung seines Mandanten als “Abschreckungsmaßnahme” und gab den Guatemalteken einen warnenden Rat: “Die Botschaft ist doch klar: Passt auf, wenn ihr Nachrichten verbreiten wollt. Das kann jedem von euch passieren.”

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